Das Projekt „Netzwerk FAMILIE - ARBEIT - MITTELSTAND im MÜNSTERLAND – FAMM“ ist abgeschlossen. Diese Projektwebsite www.fam-muensterland.de steht weiterhin für alle Interessierten offen, sie wird allerdings nicht mehr aktualisiert.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch nach Projektabschluss für uns und unsere Partnerorganisationen ein wichtiges Anliegen. Verfolgen Sie auf unserer Homepage www.heurekanet.de, wie wir die Vereinbarkeit in der Gesundheitswirtschaft mit dem Projekt ampaq und im Maschinen- und Anlagenbau mit dem Projekt FAM²TEC voranbringen.


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FAMM Webseite am 19.04.2018
Hintergrund-Infos

Familienbewusste Personalpolitik - eine Herausforderung für die Unternehmen im Münsterland

Zwei Nachrichten, die aufhorchen lassen. Laut einer Untersuchung des Instituts für mittelstandsorientierte Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Münster im Jahr 2008 haben erst wenige Unternehmen im Münsterland die Bedeutung einer familienbewussten Personalpolitik erkannt. Zugleich wird aber von der Mehrzahl der Unternehmen erkannt, dass es mittel- und langfristig sinnvoll ist, bereits umgesetzte oder erst noch geplante Maßnahmen in Programme oder Konzepte umzuwandeln, um die Kommunikation nach Außen und Innen zu erleichtern.
Untersucht wurden kleine und mittlere Unternehmen aus dem Münsterland mit Schwerpunkt in Münster und im Kreis Borken. Von 35 angeschriebenen Unternehmen erklärten sich 15 Unternehmen zu qualitativen Interviews zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf im demografischen Wandel“ bereit. Die Hälfte der befragten Unternehmen ist im produzierenden Bereich tätig, die andere Hälfte im Dienstleistungsbereich. Die Autoren der Studie, Prof. Dr. Henner Hentze und Dipl.-Betriebswirtin Doris Hinkelmann, formulieren folgende Zusammenfassung und Empfehlungen:

„1. Ob ein klein- und mittelständisches Unternehmen eine familienfreundliche Politik betreibt, ist vom Gestaltungswillen der Unternehmensleitung abhängig. Unternehmen, die die Familienfreundlichkeit ihres Unternehmens als ein strategisches Ziel einstufen, sind in der Minderheit.
2. Wenige Unternehmen haben die Bedeutung von Familienfreundlichkeit für die Personalakquisition und Mitarbeiterbindung erkannt.
3. KMU bevorzugen aufgrund der geringen Fallzahlen sehr individuelle Lösungen. Diese sind vielfältig und sehr betriebsspezifisch. Am häufigsten werden individuelle Arbeitszeitregelungen umgesetzt. Die anderen Möglichkeiten aus einem Maßnahmenkatalog sind teilweise nicht bekannt und werden auch selten genutzt (zum Beispiel: Telearbeit).
4. Von der Mehrzahl der Unternehmen wird erkannt, dass es mittel- und langfristig sinnvoll erscheint, die realisierten und geplanten Maßnahmen in Programme oder Konzepte umzuwandeln, um die Kommunikation nach außen und nach innen zu erleichtern.
5. KMU nutzen kaum die Informationen und Hilfen, die von den unterschiedlichsten Organisationen angeboten werden. Mit der Sichtung dieser Informationsfülle sind sie zweifelsohne überfordert. Eine Verdichtung der Informationen durch eine „Clearing-Stelle“ würde als eine große Hilfestellung angesehen.
6. Netzwerklösungen fänden eine große Akzeptanz, wenn ein Treiber im Netzwerk lösungsorientiert arbeitet.
7. Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern sollen, müssen zu den übrigen personalpolitischen Aktivitäten passen. Die Unternehmenskultur muss hierauf abgestimmt sein.“
(IBM 2008, S. 12)

Die Untersuchung bildet den ersten Teil einer 32-seitigen Broschüre, die in ihrem zweiten Teil dann Handlungsempfehlungen für kleine und mittelständische Unternehmen in punkto Familienfreundlichkeit enthält. Hier finden Sie ganz konkrete Tipps von der Erstellung Ihres firmenspezifischen Konzeptes eines familienfreundlichen Betriebes bis hin zur Gestaltung des Gesprächs zwischen Führungkraft und Mitarbeiter/in in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Möglichkeit zum Download der Broschüre finden Sie hier:


http://www.ihk-nordwestfalen.de/initiative/bindata/IMB_Broschuere.pdf