Das Projekt „Netzwerk FAMILIE - ARBEIT - MITTELSTAND im MÜNSTERLAND – FAMM“ ist abgeschlossen. Diese Projektwebsite www.fam-muensterland.de steht weiterhin für alle Interessierten offen, sie wird allerdings nicht mehr aktualisiert.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch nach Projektabschluss für uns und unsere Partnerorganisationen ein wichtiges Anliegen. Verfolgen Sie auf unserer Homepage www.heurekanet.de, wie wir die Vereinbarkeit in der Gesundheitswirtschaft mit dem Projekt ampaq und im Maschinen- und Anlagenbau mit dem Projekt FAM²TEC voranbringen.


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FAMM Webseite am 22.07.2018
Unternehmensbefragung des wfc
14.09.2010 in Dülmen

Familienfreundlichkeit im Fokus der Firmen

Die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH legte die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung im Kreis Coesfeld vor. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört laut der Umfrage für die Mehrheit der Unternehmen im Kreis zu den wichtigen Themen in Gegenwart und Zukunft.
Präsentierten die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zum Thema Familienfreundlichkeit (v.l.n.r.:): Landrat Konrad Püning, FAMM-Projektleiterin Dr. Kirsten Tacke-Klaus und wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner.

So geben 86 Prozent der teilnehmenden Firmen an, Familienfreundlichkeit sei für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften wichtig oder sehr wichtig. Für 64 Prozent der Unternehmen steht fest, dass die Bedeutung des Themas in den kommenden fünf Jahren weiter wachsen wird.

„Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Familienfreundlichkeit für die Betriebe kein Thema mit schnellem Verfallsdatum ist“, kommentierte der Vorsitzende des wfc-Aufsichtsrates, Landrat Konrad Püning, die Ergebnisse der Befragung im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag, 14. September 2010. Im Frühjahr hatte die wfc die im Kreis ansässigen Unternehmen angeschrieben, um ihre weiteren Dienstleistungen, Maßnahmen und Veranstaltungen zur familienfreundlichen Personalpolitik auf die aktuellen Bedarfe in den Betrieben auszurichten.  „Mit einer Rücklaufquote von 6,5 Prozent haben wir eine überdurchschnittliche Resonanz erzielt“, freute sich Landrat Püning, den das ausgeprägte Interesse an diesem Thema nicht überrascht: „Ob als Faktor für die immer schwierigere Fachkräftegewinnung, für die Motivationssteigerung oder zur Verringerung von Fehlzeiten: Familienfreundlichkeit rechnet sich“, betonte er auch als Chef der Kreisverwaltung.

Vor allem die Bedeutung einer familienfreundlichen Personalpolitik für die Bindung von Fachkräften werde in der Region sehr hoch eingeschätzt. „Die Ergebnisse aus dem Kreis Coesfeld liegen noch höher als in einer aktuellen Befragung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, nach der 79,8 Prozent der Unternehmen dem Thema einen hohen oder eher hohen Stellenwert eingeräumt hatten“, ergänzte wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner.

Auf die Befragung im Kreis Coesfeld haben vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten, aber auch einige Firmen mit größeren Belegschaften geantwortet. „Die primäre Zielgruppe in unserer stark mittelständisch strukturierten Region haben wir sehr gut erreicht“, zeigte sich Dr. Kirsten Tacke-Klaus mit der Beteiligung sehr zufrieden. Die Projektleiterin der wfc ist für die Unternehmen erste Ansprechpartnerin im Netzwerk der kreisweiten Initiativen FAMM (Familie-Arbeit-Mittelstand im Münsterland) und PFAU (Pflege, Arbeit, Unternehmen). Im FAMM-Projekt steht die Vereinbarkeit von Arbeit und Kinderbetreuung im Blickpunkt, das Projekt PFAU unterstützt die Koordination von Beruf und der Pflege von Angehörigen. Der von der wfc ausgearbeitete Fragenkatalog berücksichtigt beide Themenbereiche.

Aus den Befragungsergebnissen geht hervor, dass in den Unternehmen zurzeit vor allem Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten sowie zur Unterstützung des Wiedereinstiegs nach der Elternzeit zum Einsatz kommen. Zwei Drittel der Betriebe sehen in der Gewährung von Sonderurlaub in familiären Notfällen das wichtigste Instrument. An zweiter Stelle auf der Prioritätenliste der Maßnahmen stehen die verschiedenen Formen flexibler Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit, Teilzeit und Zeitkonten. „Zeitnot ist ein typisches Phänomen, das Familien belastet, und das haben viele Unternehmen im Kreis Coesfeld erkannt“, nennt Dr. Tacke-Klaus einen wichtigen Ansatz, der in der Region bereits mit Erfolg umgesetzt wird. In den Bereichen Kinderbetreuung und Pflege ist die Unterstützung der Beschäftigten durch die Betriebe dagegen noch gering ausgeprägt. Die Unternehmen erkennen jedoch einen Handlungsbedarf. So hat die Unterstützung pflegender Mitarbeiter für 72 Prozent der Betriebe eine hohe oder sehr hohe Priorität. Längere Kinderbetreuung werten  63 Prozent der Firmen als sehr wichtig oder wichtig für eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Familie.

Aufschluss gibt die Befragung auch darüber, wie sich der Unterstützungsbedarf der Unternehmen generell zusammensetzt. Demnach wünschen die Firmen vorrangig grundlegende Informationen über pragmatische Lösungen zur Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf. Vor allem schriftliches Material wie Broschüren, Newsletter und Leitfäden werden stark nachgefragt. Ebenfalls klar erkennbar ist der Bedarf an Informationsveranstaltungen und Workshops. Für einige Firmen ist die persönliche, individuelle Beratung interessant. „Diese Aussagen bestätigen unsere Erfahrungen aus den bisherigen Unternehmenskontakten und zeigen, dass der Service der wfc sehr gut auf die Bedarfe ausgerichtet ist“, sagte Dr. Grüner.

Die Wirtschaftsförderer wollen ihr Angebot gezielt an den  Befragungsergebnisse ausrichten. Geplant und angedacht sind unter anderem weitere unternehmensinterne Workshops, innerbetriebliche Bedarfsanalysen mit Handlungsempfehlungen, kreisweite Informationsveranstaltungen und Netzwerktreffen. Als Unterstützung für Betriebe und Beschäftigte zur Vereinbarkeit von Arbeit und Pflege wird ein „Pflegekoffer“ mit Informationen über Maßnahmen und Checklisten zusammengestellt. Große Bedeutung messen die Wirtschaftsförderer der Initiierung eines Angebots für eine flexiblere und ausgeweitete Kinderbetreuung zu. „Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Unternehmen in dieser Hinsicht einen Bedarf haben. Die üblichen Arbeits- und Betreuungszeiten klaffen oft auseinander“, verweist Dr. Tacke-Klaus auf die große Herausforderung, die mit diesem Arbeitsfeld verbunden ist. „Hier sind individuelle Lösungen gefragt, die für die Betriebe zum großen Teil nur durch Kooperationen mit externen Anbietern und regionalen Partnern zu realisieren sind“, fügt sie an.

Ansprechpartnerin für die Projekte FAMM und PFAU bei der wfc ist Dr. Kirsten Tacke-Klaus, Tel. 02594 - 7 82 40 30, Fax: 02594 – 7 82 40 29, E-Mail: kirsten.tacke-klaus@wfc-kreis-coesfeld.de

Unternehmensbefragung zur Vereinbarkeit von Arbeit und Familie
im Kreis Coesfeld pdf