Panorama
Strategien rund um den
„Wettbewerbsfaktor Fachkräfte“
McKinsey-Studie
beschäftigt sich mit Möglichkeiten zur Sicherung
qualifizierter Arbeiternehmer
Am 5. Mai stellte Frank Mattern, Deutschlandchef von
McKinsey & Company, zusammen mit Bundesministerin von der
Leyen in Berlin die Studie „Wettbewerbsfaktor
Fachkräfte – Strategien für Deutschlands
Unternehmen“ vor.
Im Jahre 2025 könnten in Deutschland bis zu 6,5 Millionen
qualifizierte
Arbeitskräfte fehlen, darunter rund 2,4 Millionen Akademiker.
Laut McKinsey sollten daher Unternehmen bereits heute ihre
Personalplanung langfristig darauf ausrichten,
zukünftige Engpässe zu vermeiden.
Auf der Basis externer Forschungsergebnisse, der Erfahrungen eigener
Experten und zahlreicher Gespräche mit
Personalchefs aus Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung
erstellte McKinsey Empfehlungen für den Umgang mit dem
Fachkräftemangel.
Die Politik könne zwar bessere Rahmenbedingungen schaffen,
gleichzeitig müsse aber jedes Unternehmen rechtzeitig eigene
individuelle Strategien entwickeln, um ihren Fachkräftebedarf
auch zukünftig decken zu können. Zur
Schließung der
Bedarfslücke identifiziert McKinsey drei Handlungsfelder.
Erstens müsse das vorhandene Fachkräftepotential
systematisch ausschöpft werden, z.B. durch Ausweitung der
Teilzeitarbeit – dies betrifft vor allem ca. 2 Millionen
Frauen und 1,2 Millionen Ältere. Zweitens müsse die
Wettbewerbsposition als Arbeitgebermarke und der Personalstandort
gestärkt werden. Drittens müssen Unternehmen und die
öffentliche Hand nach Ansicht von McKinsey ihren
Fachkräftebedarf in „nicht abdeckbaren“,
„kritischen“ Bereichen senken, etwa durch
Outsourcing, Verlagerung bestimmter Funktionen oder Schaffung
zentraler
Dienstleistungsstellen.
Auch die Bundesarbeitsministerin betonte, dass in Deutschland
„bisher brachliegende“ Erwerbspotentiale besser
genutzt werden müssen. Die Fachkräftelücke
könne vor allem durch Frauen, Ältere und junge
benachteiligte Menschen sowie qualifizierte Zuwanderer geschlossen
werden.
Als eines ihrer
zentralen
Ergebnisse verdeutlicht die Studie
„Doing better for families“ der Organisation
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD),
dass
eine angemessene kindliche Förderung schon vor Schulbeginn,
d.h.
in den für die
späteren Fähigkeiten und Chancen entscheidenden
frühen Jahren, aus Sicht des Staates in der Familienpolitik
die lohnendste
Investition sei.
Die Forscher empfehlen daher, gerade im Falle anstehender
Sparmaßnahmen, die Mittel stärker auf die
frühkindliche Förderung und Betreuung zu
konzentrieren, die in fast allen Staaten bisher noch zu kurz komme.
Die Studie äußert sich besorgt
über die wachsende Kinderarmut, die häufig mit
Arbeitslosigkeit der Eltern einhergehe. Auch können Familien
insgesamt mit ihrem Einkommen nicht mit den Kinderlosen Schritt halten
– obwohl die Berufstätigkeit von
Müttern überall seit 1980 stark angestiegen sei.
Angesichts leerer Kassen droht nach Einschätzung der OECD in
den meisten Ländern ein Rückgang der staatlichen
Unterstützung für Familien. Gerade Alleinerziehende
bräuchten deshalb bessere Chancen bei der Arbeitssuche und
eine gute Kindergartenbetreuung, um das Risiko dauerhafter
Abhängigkeit vom Staat zu mindern. Ebenso
können die Arbeitgeber aufgrund der
demografischen Entwicklung nicht mehr
auf die Frauen verzichten.
Bezüglich der Geburtenrate stellt die Studie fest, dass
finanzielle Unterstützungen tendenziell einen positiven, wenn
auch sehr kleinen Effekt auf die Fertilität haben.
In einigen OECD-Ländern trage jedoch ein Bündel an
Maßnahmen wie der Ausbau der Kinderbetreuung und
Elterngeld-Regelungen dazu bei, dass die Geburtenraten wieder steigen.
Dabei erweise es sich
auch als förderlich, wenn Frauen im Durchschnitt nicht
wesentlich weniger verdienen als
Männer. Hierin zeige sich die die gleichzeitige
Realisierbarkeit von Elternschaft und beruflichem Erfolg.
Außerdem müssten flexiblere
Arbeitsmöglichkeiten für Eltern geschaffen werden, um
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten.
Über die bestehenden Teilzeitangebote hinaus könnten
die Eltern noch zu selten ihre Arbeitsplatzpräsenzzeiten
selbst gestalten. Günstig sei jedoch, wenn sich Väter
und Mütter gleichermaßen an der Familien- und
Erwerbsarbeit beteiligten. Denn nur so könne dem Trend
entgegengewirkt werden, dass Frauen mit hohen
Bildungsabschlüssen besonders wenige Kinder bekommen.
Laut
eines Kurzberichts des Instituts für Arbeitsmarkt-
und Berufsforschung (IAB) von April hat die Anzahl der
Arbeitnehmerinnen seit 1991 um 16 Prozent zugenommen, sodass inzwischen
knapp die Hälfte der 36 Millionen Beschäftigten in
Deutschland Frauen sind. Im gleichen Zeitraum stieg das
Arbeitsvolumen um gerade 4,5 Prozent und lag damit im Jahre
2010 bei 43
Prozent. Von den insgesamt 9 Millionen teilzeitbeschäftigten
Frauen würde die Hälfte ihre vereinbarte Arbeitszeit
gerne ausweiten.
Dies betrifft laut IAB-Forschung besonders
geringfügig beschäftigte Frauen
sowie Frauen, die
regelmäßig Überstunden leisten. Ebenso
wünschten sich Frauen in Ostdeutschland und im
Alter von 25 bis 34 Jahren häufiger eine längere
Wochenarbeitszeit, insgesamt durchschnittlich um vier Stunden (neun
Stunden bei geringfügig Beschäftigten).
Würden alle Verlängerungswünsche
berücksichtigt, würde sich die durchschnittliche
Wochenarbeitszeit von Frauen um 2,6 Stunden auf rund 32 Stunden
erhöhen, was hochgerechnet einem Arbeitsvolumen von
40,5 Millionen Stunden und circa einer Million
Vollzeitarbeitsplätzen entspräche.
Das Institut der
Corporate Research Foundation (CRF) vergibt seit 1991 das Zertifikat
„Top Arbeitgeber“ an Unternehmen, die nach
eigener Einschätzung als Vorreiter
professioneller
Karriereentwicklung gelten können.
Den Ergebnissen der diesjährigen CRF-Zertifizierung zufolge
können sieben von zehn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
unter mehreren zeitlichen Regelungen wählen. Teilzeitarbeit,
Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit gehören bei mehr als 90
Prozent von Deutschlands „Top
Arbeitgebern“ zum Standard. Bei 87 Prozent
haben Beschäftigte zudem die Möglichkeit, im
Home-Office zu arbeiten.
Etwa die Hälfte der Unternehmen bietet das Modell
des Job-Sharing an, bei dem sich mehrere
Beschäftigte einen Arbeitsplatz teilen,
sowie Jahresarbeitskonten oder längere
Berufsauszeiten, sogenannte
Sabbaticals.
Nach Einschätzung des CRF-Instituts dienen alle diese
Maßnahmen einer besseren Balance zwischen Privat- und
Berufsleben und tragen dazu bei, insbesondere Fach- und
Führungskräfte in den Unternehmen zu halten. Mit
diesen Ergebnissen lägen Deutschlands Unternehmen im
europäischen Vergleich an der Spitze.
mehr
mehr
Aktionen der lokalen
Bündnisse am Internationalen Tag der Familie
Diesjähriger Aktionstag
steht im Zeichen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Anlässlich des Internationalen Tages der
Familie am 15. Mai laden die Lokalen Bündnisse für
Familie dazu ein, Familienfreundlichkeit
bundesweit sichtbar zu machen und Engagement für
familienfreundliche Lebens- und Arbeitsbedingungen zu
präsentieren – dieses Jahr geht es unter dem Motto
„Mitgedacht, mitgemacht – für die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ vor allem um
Vereinbarkeitslösungen für Eltern mit Schulkindern.
Die Lokalen Bündnissen betonen, dass für
eine
große Mehrheit der Eltern mit Kindern zwischen sechs und
vierzehn
Jahren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein „Top-Thema
der Familienpolitik“ sei, da sie die Balance von Familie und
Beruf neu finden müssen, sobald der Nachwuchs in die Schule
kommt.
Ziel ist es, die Bandbreite an alltagsorientierten
Lösungen vorzustellen, mit denen die Lokalen
Bündnisse
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf insbesondere für
Eltern mit Schulkindern erleichtern, und zudem neue Projekte und
Angebote anzustoßen.
Zum Aktionstag sind alle aufgerufen, die sich für Familien
einsetzen, z.B. Lokale Bündnisse für Familie,
Unternehmen,
Kommunen, Arbeitsagenturen oder Vereine und Verbände.
Bündnisakteure können den Internetauftritt der
Lokalen Bündnisse als öffentlichkeitswirksame
Plattform nutzen, um zwischen 7. und 22. Mai stattfindende
Aktionen zu
veröffentlichen.
mehr
Unternehmenstag
„Erfolgsfaktor Familie“ zum Thema
Arbeitszeitorganisation
Das Unternehmensnetzwerk traf
sich zum Austausch über innovative Gestaltung von Arbeitszeiten
Der Unternehmenstag „Erfolgsfaktor Familie“ ist das
zentrale Mitgliedertreffen des gleichnamigen Unternehmensnetzwerkes,
das im Herbst 2006 vom Bundesfamilienministerium und dem Deutschen
Industrie- und Handelskammertag als zentrale Plattform für
familienfreundliche Unternehmen gegründet wurde. Mittlerweile
sind rund 3.400 Mitglieder im Netzwerk aktiv.
Am 2. Mai trafen sich etwa 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus
Unternehmen und Verbänden im Haus der Deutschen Wirtschaft in
Berlin, um sich unter dem Motto „Zur richtigen Zeit am
richtigen Ort“ über Fragen und
Lösungsmöglichkeiten einer zukünftigen
Arbeitsorganisation auszutauschen.
Nachdem ein Expertenpodium erste Themenschwerpunkte und Impulse gesetzt
hatte, wurden nachfolgend in Praxisforen weitere Fragen zur Umsetzung
und Zielsicherheit verschiedener innovativer
Arbeitszeitmodelle diskutiert. Hier wurden konkrete
Erfahrungen
und Einschätzungen der Teilnehmer erörtert, die nun
als Ergebnisse und Beispiele in die weitere Gestaltung der Initiative
„Familienbewusste Arbeitszeiten“
einfließen sollen.
Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und
DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann warben auf dem
Unternehmenstag gemeinsam für eine neue Arbeitszeitkultur und
riefen Unternehmen nicht zuletzt vor dem Hintergrund des zunehmenden
Fachkräftemangels dazu auf, ihren Beschäftigten die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexible Arbeitszeitmodelle
zu erleichtern.
Im Februar hatten sich Politik und Wirtschaft in der
„Charta für familienbewusste
Arbeitszeiten“ zu einem gemeinsamen Engagement für
familienbewusste Arbeitszeiten verpflichtet.
mehr
mehr
Vereinbarkeit von
Beruf und Familie im Krankenhausalltag
Neue Internetplattform stellt
erfolgreiche Arbeitsmodelle vor
Mit neuen Konzepten der Arbeitsorganisation in Krankenhäusern
soll einem wachsenden Fachkräftemangel entgegengewirkt und
zugleich die Versorgung und das Wohlbefinden der Patientinnen und
Patienten
verbessert werden. Zu diesem Zweck wurde die Internetplattform
www.pflege-krankenhaus.de von der Bundestagsabgeordneten und
Parlamentarischen Staatssekretärin beim
Bundesminister für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz, sowie dem
Hauptgeschäftsführer der Deutschen
Krankenhausgesellschaf, Georg Baum, ins Leben gerufen.
Auf der Internetseite sind erfolgreiche Modelle abrufbar, die nicht nur
die Kinderbetreuung, sondern auch die Betreuung von
Angehörigen als Schwerpunktthema integrieren. Mit diesen kann
das
Arbeiten in Krankenhäusern attraktiver gestaltet und
qualifiziertes Personal gewonnen und gehalten werden.
Neben Beispielen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
werden Ansätze zur Neuordnung der Aufgaben zwischen den
Berufsgruppen im Krankenhaus insbesondere zwischen ärztlichem
und pflegendem Personal vorgestellt und zudem Möglichkeiten
des „Lebensphasengerechtes Arbeitens“
aufgezeigt.
mehr
mehr
Onlineforum
zur Situation von Familienernährerinnen
Projekt des
Bundesfamilienministerium und des DGB stellt Informationen und
Maßnahmen zur Diskussion
Das
Bundesfamilienministerium und der Bundesvorstand des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB) haben am 28. April ein
Diskussionsforum zum
Thema „Familienernährerinnen“
gestartet.
Hier sollen Infografiken und Publikationen zur Verfügung
gestellt und Handlungsempfehlungen für sinnvolle
Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen
der Familienernährerinnen entwickelt und diskutiert werden.
In knapp einem Fünftel der bundesdeutschen
Mehrpersonen-Haushalte wird der Großteil des
Einkommens von Frauen verdient, von denen wiederum die
Hälfte alleinerziehend ist.
Ihre Situation ist oft mit einem geringen Einkommen sowie mit der
Pflegebedürftigkeit oder Arbeitslosigkeit des Lebenspartners
verbunden. Häufig besteht zudem eine Doppelbelastung durch den
Erwerb des Haupteinkommens und der Verantwortung für Haushalt
und Kindererziehung.
Das Online-Diskussionsforum ist Bestandteil des seit rund einem Jahr
laufenden
Projektes „Familienernährerinnen“,
das vom DGB
initiiert wurde und vom Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Das Projekt
will mehr Bewegung in die Diskussion über die
herrschenden männlichen und weiblichen Rollenmodelle bringen.
mehr
mehr
Keine Ausweitung des Elterngeldes
Pläne zur
Verlängerung wurden vorerst gestoppt
Im April teilte der Sprecher von Bundesfamilienministerin Kristina
Schröder mit, dass Pläne zur Ausweitung des
Elterngeldes seit längerem nicht weiter verfolgt werden,
wenngleich das Vorhaben unter
„Finanzierungsvorbehalt“ weiter auf der Agenda
bleibe.
Bisher können Eltern nach der Geburt eines Kindes maximal 14
Monate Elterngeld bekommen. Für einen Partner sind
zwölf Monate Elterngeld fest vorgesehen, zwei weitere Monate
werden nur finanziert, wenn der andere Partner, meist der Vater,
ebenfalls Elterngeld
beantragt.
Laut Koalitionsvertrag sollten die Vätermonate ausgedehnt und
ein Teilelterngeld für bis zu 28 Monate eingeführt
werden. Unionsabgeordnete hatten im Jahr 2009 dafür
plädiert, dass aus zwei Vätermonaten vier werden
sollten. Momentan betragen die Kosten des Elterngeldes etwa vier
Milliarden Euro jährlich.
mehr
Führung in Teilzeit
Das
Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“
führt seine fünfte Blitzabfrage
durch
Die fünfte Blitzabfrage des
Netzwerkbüros zielt auf Möglichkeiten, eine
Führungsposition auch in Teilzeit auszuführen.
Speziell soll ein Bild darüber gewonnen werden, welche
Anforderungen an Führung die zunehmende Flexibilisierung von
Arbeitszeit und Arbeitsort stellt, inwieweit im Unternehmen des
Befragten Führung in Teilzeit möglich ist und ob es
gegebenenfalls auch Schwierigkeiten bei der Umsetzung gibt.
Die dabei gewonnen Ideen, Anregungen und Erfahrungen aus den
Unternehmen werden in Form einer Auswertung für die Arbeit des
Netzwerkbüros genutzt und auf der Website zur
Verfügung gestellt.
Die Befragung startete im April und wird bis Ende Mai online sein.
mehr
Vertretungsberechtigter Vorstand: Andreas Schulte
Hemming
(stellv. Vorsitzender), Marcus
Flachmeyer (Kassenwart)
Registergericht: Amtsgericht Münster
Registernummer: Blatt 4201
Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6
MDStV: Marcus Flachmeyer