Das Projekt „Netzwerk FAMILIE - ARBEIT - MITTELSTAND im MÜNSTERLAND – FAMM“ ist abgeschlossen. Diese Projektwebsite www.fam-muensterland.de steht weiterhin für alle Interessierten offen, sie wird allerdings nicht mehr aktualisiert.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch nach Projektabschluss für uns und unsere Partnerorganisationen ein wichtiges Anliegen. Verfolgen Sie auf unserer Homepage www.heurekanet.de, wie wir die Vereinbarkeit in der Gesundheitswirtschaft mit dem Projekt ampaq und im Maschinen- und Anlagenbau mit dem Projekt FAM²TEC voranbringen.


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FAMM Webseite am 19.07.2018
Der Hintergrund

Der Hintergrund: Unzureichende und unterentwickelte Betreuungs- und Entlastungsangebote für Familien

Ohne Zweifel hat in Nordrhein-Westfalen mit dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) und damit auch im Münsterland ein Prozess an Fahrt gewonnen, der die Flexibilisierung von Bildungs- und Betreuungsangeboten für Kinder unter 6 Jahren und den massiven Ausbau von Angeboten speziell für Kinder unter 3 Jahren beinhaltet. Wenn es gelingt, die Qualität der frühkindlichen Erziehung in den unterschiedlichen Formen zu steigern und zu sichern, ist das gut für die Kinder. Und es ist gut für die Eltern, die dadurch eine deutliche Entspannung einer vielfach prekären Situation erfahren und ihre Kinder zugleich gut aufgehoben wissen.

Insbesondere im ländlichen Raum des Münsterlandes wird der Wandel von traditionell starken familialen Netzen hin zu einer neuen sozialen Infrastruktur aber erst noch richtig durchschlagen. Das erklärt zum Teil, warum Befragungen zur Abklärung des Betreuungsbedarfs vielerorts auf wenig Resonanz stoßen. Zugleich ist der Wandel andernorts bereits spürbar, es werden allerdings immer noch Lösungen gefunden oder aber auch nicht, wie sich in der niedrigen Frauenerwerbsquote und in der Struktur der Beschäftigungsverhältnisse zeigt.

So lässt sich zusammenfassend feststellen, dass derzeit viel Bewegung in den Bereich der vorschulischen Erziehung gekommen ist. Die Stadt Münster beispielsweise wird im neuen Kindergartenjahr voraussichtlich Plätze für 15% der unter 3-jährigen Kleinkinder bereitstellen.* Das Münsterland ist aber noch weit weg von einer hochflexiblen Betreuungsstruktur aus Betreuungsplätzen und Tagesmutterangeboten.

Erst in den Fokus rücken zudem die Belastungen, die Arbeitnehmer/innen in dem Augenblick schultern müssen, in dem ihre Eltern pflegebedürftig werden. Mit dem demografischen Wandel der Belegschaften und dem politisch wie auch wirtschaftlich gewollten längerem Verbleib von Männern und Frauen im Beschäftigungssystem tut sich hier ein neues Problemfeld auf, an dem – wie die Ablehnung des Pflegeurlaubs zeigt – möglicherweise die Politik vorbeikommt, die Wirtschaft aber kaum. Hier gibt es gerade für die erste Phase der „heraufziehenden“ Pflegebedürftigkeit keine unterstützenden und entlastenden Strukturen.

* Dieser für das Münsterland hohe Versorgungsgrad relativiert sich allerdings dadurch, dass die Frauenerwerbsquote auch deutlich höher liegt als in den Münsterlandkreisen. Es ist also fraglich, ob dieses Platzangebot ausreichend ist.