Das Projekt „Netzwerk FAMILIE - ARBEIT - MITTELSTAND im MÜNSTERLAND – FAMM“ ist abgeschlossen. Diese Projektwebsite www.fam-muensterland.de steht weiterhin für alle Interessierten offen, sie wird allerdings nicht mehr aktualisiert.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch nach Projektabschluss für uns und unsere Partnerorganisationen ein wichtiges Anliegen. Verfolgen Sie auf unserer Homepage www.heurekanet.de, wie wir die Vereinbarkeit in der Gesundheitswirtschaft mit dem Projekt ampaq und im Maschinen- und Anlagenbau mit dem Projekt FAM²TEC voranbringen.


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FAMM Webseite am 22.10.2018
Patenschaft für den Notfall
WN, 30.09.2010

Patenschaft für den Notfall

„Die Familie ist der Pflegedienst der Nation.“ Mit dieser sehr plakativen Aussage unterstrich Dr. Elisabeth Philipp-Metzen die Bedeutung des Themas „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“. Daher, das machte sie am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (gfw) deutlich, sollten sich Unternehmen rechtzeitig mit dieser Frage befassen.

Rund zwei Dutzend Vertreter verschiedener Unternehmen aus dem Kreis informierten sich in den Räumen der Firma Friwo in Ostbevern über Konzepte und Ansatzpunkte. Der Grund dafür: Angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft spiele die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine immer größere Rolle, betonte Petra Michalczak-Hülsmann, gfw-Geschäftsführerin.

Zahlen ließ die Gerontologin Dr. Elisabeth Philipp-Metzen sprechen: Von den derzeit rund 2,1 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland würden fast 70 Prozent von ihren Angehörigen zu Hause versorgt. „Der neue Anspruch auf eine sechsmonatige unbezahlte Freistellung von der Arbeit sowie der sogenannte Pflegeurlaub stellen auch Arbeitgeber vor neue Herausforderungen in der betrieblichen Organisation“, betonte sie.

Dabei, das machte sie ganz deutlich, sei die häusliche Pflege nicht generell ein Thema, das nur Belastungen für den Arbeitsalltag mit sich bringe. Die Erweiterung sozialer Kompetenzen, den Wissenszuwachs sowie ein Persönlichkeitswachstum und das Erleben sinnstiftender Tätigkeiten würden sich positiv auf den Beruf auswirken. Wenngleich natürlich auch die hohe psychische Belastung und die Unplanbarkeit von Pflege oft zu Problemen führen würden.

Ganz wichtig sei es für die Unternehmen, den Mitarbeitern im Bedarfsfall umgehend Informationen an die Hand geben oder Beratungsangebote aufzeigen zu können. Auch firmeneigene Angebote wie etwa eine betriebseigene Betreuungsgruppe - analog zu einem Betriebskindergarten - sowie Kooperationsverträge für sogenannte „Notfall-Patenschaften“ mit Anbietern von Pflegediensten seien mögliche Maßnahmen. Ganz wichtig sei es, möglichst flexible Arbeitszeiten und eine entsprechende Arbeitsplatzorganisation, etwa durch Bürostunden zu Hause, zu ermöglichen.

Dass das in Unternehmen im Kreis durchaus schon Realität ist, zeigte etwa Marcus Hörsting, Personalleiter von Friwo, auf. Sowohl das teilweise Arbeiten von zu Hause als auch flexible Arbeitszeiten, so sie sich diese im Berufsalltag umsetzen ließen, seien bei dem Hersteller von Ladegeräten möglich.