Das Projekt „Netzwerk FAMILIE - ARBEIT - MITTELSTAND im MÜNSTERLAND – FAMM“ ist abgeschlossen. Diese Projektwebsite www.fam-muensterland.de steht weiterhin für alle Interessierten offen, sie wird allerdings nicht mehr aktualisiert.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch nach Projektabschluss für uns und unsere Partnerorganisationen ein wichtiges Anliegen. Verfolgen Sie auf unserer Homepage www.heurekanet.de, wie wir die Vereinbarkeit in der Gesundheitswirtschaft mit dem Projekt ampaq und im Maschinen- und Anlagenbau mit dem Projekt FAM²TEC voranbringen.


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FAMM Webseite am 21.04.2018
Flexibilität von allen ist gefragt
Westfälische Nachrichten, 22.04.2010

Flexibilität von allen ist gefragt

Kreis Steinfurt - Der Kleine ist acht Monate alt. Das Elterngeld läuft demnächst aus. Die junge Mutter will wieder arbeiten - doch wer passt den Steppke auf?

In dieser Situation suchen viele Eltern nach einer Tagesmutter, der sie guten Gewissens ihr Kind anvertrauen können. Der Bedarf ist steigend - gute Chancen also für Frauen, selbst als Tagesmutter zu arbeiten. „Natürlich qualifizieren wir auch Männer, aber das ist bislang eher die Ausnahme.“, weiß Matthias Frohoff-Hülsmann, Sachgebietsleiter im Jugendamt des Kreises Steinfurt zu berichten.

Stichwort Qualifizieren: Wer Tagesmutter werden und mehr als 15 Stunden pro Woche Kinder betreuen möchte, sollte eine 80-stündige Grundausbildung zur Kinderta-gespflege absolvieren. Die Fortbildung wird laufend in Steinfurt, Ibbenbüren und Rheine angeboten. Der Lohn der Mühen: Je höher eine Tagesmutter qualifiziert ist, desto mehr Geld erhält sie pro Kind. Die Stundenlöhne variieren von 2,50 bis 4,50 Euro je Stunde und Kind. Diese Kosten übernimmt das Jugendamt ganz oder teilweise, sofern die Eltern berufstätig oder in Ausbildung sind.

Um Eltern und geeignete Tagesmütter konkret vor Ort zusammenzubringen, hat das Jugendamt des Kreises freie Wohlfahrtsträger beauftragt. Das sind die „Diakonie“ im westlichen und der „Sozialdienst Katholischer Frauen e.V. (SKF)“ im östlichen Kreis-gebiet. Sie organisieren mit je zwei Mitarbeiterinnen die „Fachberatung Kindertages-pflege“, bilden also die Tagesmütter aus, beraten und vermitteln zwischen Angebot und Nachfrage.

„Wichtig ist uns die persönliche Begegnung zwischen der Fachberaterin und der künftigen Tagesmutter. Dann wird geklärt, welche Betreuungszeiten in Frage kommen, ob Haus oder Wohnung kindgerecht eingerichtet sind oder was dafür noch geändert werden müsste“, so Frohoff-Hülsmann. Der gute Kontakt zwischen den Beraterinnen von Diakonie oder SKF und der Tagesmutter hat viele Vorteile: So kann passgenau die richtige Tagesmutter für das jeweilige Kind gefunden, die Qualität der Betreuung und eine fachliche Begleitung der Tagesmütter gewährleistet werden.

Schließlich ist auf allen Seiten Flexibilität gefragt: Manche Tagesmütter wollen nur vormittags arbeiten, bestimmte Tage frei halten oder nur ältere Kinder nach der Schule betreuen. Vielleicht wird ein Tageskind gesucht, das im gleichen Alter wie die eigenen ist - oder „Tagesmutter“ ist ein Vollzeitjob, bei dem mehrere Kinder gleichzeitig betreut werden. „Eigentlich ist alles möglich“, so Frohoff-Hülsmann. „Wir freuen uns über neue, motivierte Tagesmütter, damit wir für möglichst viele Kinder und Eltern eine gute Lösung finden können.“