Das Projekt „Netzwerk FAMILIE - ARBEIT - MITTELSTAND im MÜNSTERLAND – FAMM“ ist abgeschlossen. Diese Projektwebsite www.fam-muensterland.de steht weiterhin für alle Interessierten offen, sie wird allerdings nicht mehr aktualisiert.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch nach Projektabschluss für uns und unsere Partnerorganisationen ein wichtiges Anliegen. Verfolgen Sie auf unserer Homepage www.heurekanet.de, wie wir die Vereinbarkeit in der Gesundheitswirtschaft mit dem Projekt ampaq und im Maschinen- und Anlagenbau mit dem Projekt FAM²TEC voranbringen.


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FAMM Webseite am 21.04.2018
Pressemeldung 21.08.2009
Pressemeldung, 21.08.2009

Auszeichnung der Münsterländischen Margarine-Werke J. Lülf GmbH

 

FAMM setzt Auszeichnungsreihe "Gute Beispiele für Familienfreundlichkeit" fort

Rosendahl, 21.08.2009. Am 21. August 2009 haben die Münsterländischen Margarine-Werke J. Lülf GmbH aus den Händen von Landrat Konrad Püning die Auszeichnungsurkunde „Familienfreundlichkeit im Unternehmen" erhalten, mit der Betriebe aus dem Kreis Coesfeld für gute Beispiele der Familienfreundlichkeit prämiert werden. Die Auszeichnung erfolgt im Rahmen des Projektes „Familie - Arbeit - Mittelstand im Münsterland" (FAMM).  Mit der Prämierung des Rosendahler Familienunternehmens setzt FAMM eine Auszeichnungsreihe fort, in der Unternehmen für gute Beispiele der Familienfreundlichkeit im Betrieb gewürdigt werden. Zu den Gratulanten zählten auch der Bürgermeister der Gemeinde Rosendahl,  Franz-Josef Niehues, sowie der Geschäftsführer der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH, Dr. Jürgen Grüner.

Familienfreundlichkeit ist eine Frage der Organisation der Arbeit und der Unternehmenskultur. Diese Erkenntnis ist inzwischen zu einem selbstverständlichen Teil der gelebten Unternehmenskultur bei der Firma Lülf geworden. Das traditionsreiche Unternehmen aus der Gemeinde Rosendahl - die Firmengründung liegt immerhin 149 Jahren zurück - hat gezeigt, dass sich Tradition und Innovation keinesfalls ausschließen. Vor drei Jahren setzte die Firmenleitung das Thema „Einführung von flexiblen Arbeitszeiten" auf die Tagesordnung. Ziel war es, die Produktion besser an saisonale Schwankungen anzupassen und Arbeitszeitkonten effektiver zu gestalten. Denn für die Milchgetränke, Margarine und Fettprodukte, die das Unternehmen heute herstellt, schwankt die Nachfrage im Jahresverlauf deutlich. Zudem sollten die neuen Arbeitszeiten eine bessere Planbarkeit von Arbeit und Freizeit für die Mitarbeiter mit sich bringen. Für das Unternehmen haben sich die neuen Arbeitszeitmodelle als Gewinn bringend erwiesen: „Wir haben messbare Produktivitätssteigerungen und sind mit  unserem neuen Arbeitszeitmodell in der Lage  Auftragsschwankungen leichter abzufedern. Und wir sind davon überzeugt, dass das auch an einer höheren Motivation und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter liegt", so die Einschätzung der Geschäftsführerin Frau Annegret Lülf-Reinersmann.

Die Einführung der „atmenden Saisonplanung" wurde begleitet von organisatorischen Veränderungen: Heute wird in der Produktion in Teams mit einer Größe von acht bis elf Personen gearbeitet. In den Teams wird die Arbeitszeit eigenverantwortlich verwaltet. Die Basis hierzu bilden die sogenannte Jahresarbeitszeitkonten: In den verwaltenden Abteilungen, im Bereich Technik sowie im Labor wird innerhalb der Funktionszeit in einem Arbeitszeitrahmen von 7.00 bis 18:00 Uhr gearbeitet, hier planen die Teammitarbeiter in gemeinsamer Abstimmung, mit welchen persönlichen Arbeitszeiten und Zeitvorlieben die einzelnen Mitarbeiter die zu leistenden Aufgaben verlässlich erfüllen. Eine Verkürzung und Verlängerung der Tagesarbeitszeit (jedoch max. 10 Stunden täglich) ist teamgestützt möglich. Beginn und Ende der Arbeitszeit kann somit besser an persönliche Vorlieben und familiäre Belange jeweils individuell angepasst werden.

Flankiert werden die neuen Arbeitszeiten durch fest verankerte Qualifizierungsschichten. „Die flexibleren Arbeitszeiten bringen es mit sich, dass wir unsere Mitarbeiter auch flexibler einsetzen können müssen", erklärt Verena Hauling, Assistentin der Geschäftsleitung, die als Mitglied der hausinternen Projektgruppe „Neue Arbeitszeiten im Bereich Produktion, Technik, Labor und Verwaltung" die Entwicklung von Anfang bis Ende mit begleitet hat. „Wir haben 2,5 Jahre gebraucht für die Planungsphase Umsetzung der neuen Arbeitszeitmodelle und es gab auf dem Weg dahin viele Aufgaben die es für die hausinterne Projektgruppe zu lösen galt.  Wir haben dabei auf Dialog und Transparenz gesetzt. Alle Neuerungen wurden in enger Abstimmung zwischen Geschäftsleitung, Betriebsrat und Mitarbeitern umgesetzt. Fachlicher Rat kam von Herrn Uwe Bensch der TBS NRW Technologieberatungsstelle beim DGB NRW e.V.

 

Zum Thema: Familienfreundlichkeit im Betrieb

Viele Unternehmen im Kreis Coesfeld haben erkannt: Familienfreundlichkeit rechnet sich: Motivierte Mitarbeiter, geringere Krankheits- und Ausfallzeiten, früherer Wiedereinstieg nach der Elternzeit - all das sind Gründe dafür, dass mit mehr Familienfreundlichkeit ein hoher betriebswirtschaftlicher Nutzen in Unternehmen verbunden ist.

Die Gewinnung und Bindung von motivierten Fachkräften ist ein starkes Argument für Familienfreundlichkeit. Deutschland steckt bereits mitten im demographischen Wandel - damit verbunden ist ein Fachkräftemangel, der durch die derzeitige Krise nur verdeckt wird und zukünftig deutlich zutage treten wird. Der Wettbewerb um qualifizierte und motivierte Fachkräfte wird sich verstärken. Für viele Arbeitnehmer besitzt die Frage, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen können, eine ebenso hohe Priorität wie das Gehalt. Familienfreundlich sein bedeutet also auch, im „Kampf" um die besten Köpfe gut aufgestellt zu sein.

Die Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen eine gute Verbindung von Familie und Arbeit unterstützen können, sind vielfältig. Sie betreffen z.B. Regelungen zu flexiblen Arbeitszeiten, die Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder auch die Unterstützung von Beschäftigten mit zu pflegenden Angehörigen. Bei der konkreten Ausgestaltung von familienfreundlichen Maßnahmen beweisen Unternehmen ein hohes Maß an Ideenreichtum und Kreativität.

Im Rahmen der  Auszeichnungsreihe „Familienfreundlichkeit in Unternehmen" soll dies gezeigt und gewürdigt werden. Dabei lautet das Motto: Nachmachen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht!