Das Projekt „Netzwerk FAMILIE - ARBEIT - MITTELSTAND im MÜNSTERLAND – FAMM“ ist abgeschlossen. Diese Projektwebsite www.fam-muensterland.de steht weiterhin für alle Interessierten offen, sie wird allerdings nicht mehr aktualisiert.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch nach Projektabschluss für uns und unsere Partnerorganisationen ein wichtiges Anliegen. Verfolgen Sie auf unserer Homepage www.heurekanet.de, wie wir die Vereinbarkeit in der Gesundheitswirtschaft mit dem Projekt ampaq und im Maschinen- und Anlagenbau mit dem Projekt FAM²TEC voranbringen.


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FAMM macht Familienfreundlichkeit zum Standortfaktor
Wirtschaft aktuell, 08.07.2008

FAMM macht Familienfreundlichkeit zum Standortfaktor

Seinen Worten Taten folgen, ließ jetzt NRW Sozial‐ und Arbeitsminister Karl‐Josef Laumann. Im Rahmen einer Pressekonferenz hat der Minister heute den Starschuss für das neue Netzwerk „Familie Arbeit Mittelstand im Münsterland“ (FAMM) gegeben. Noch beim Münsterlandtag vor wenigen Wochen in Coesfeld erklärte Laumann im Wirtschaft‐aktuell‐ Interview, dass er sich noch stärker für das Thema „Familienfreundlichkeit“ einsetzen wolle.

NRW-Arbeits-und Sozialminister Karl-Josef Laumann (Dritter von rechts) übergibt die Förderurkunde an FAMM-Projektleiter Marcus Flachmeyer (Vierter von rechts).

Foto von links: Gerd Wiesmann (Landrat Kreis Borken), Jens Everding (HeurekaNet e.V.), Dr. Wolfgang Balke (Kreis Steinfurt), Dr. Stefan Funke (Kreis Warendorf), Karl Schieverling (MdB, Zweiter von rechts) und Konrad Püning (Landrat Kreis Coesfeld, rechts).

NRW-Arbeits-und Sozialminister Karl-Josef Laumann (Dritter von rechts) übergibt die Förderurkunde an FAMM-Projektleiter Marcus Flachmeyer (Vierter von rechts). Neben Fördergeldern aus dem Europäischen Sozialfonds wird das Projekt von Land uns Kommune finanziert. Foto von links: Gerd Wiesmann (Landrat Kreis Borken), Jens Everding (HeurekaNet e.V.), Dr. Wolfgang Balke (Kreis Steinfurt), Dr. Stefan Funke (Kreis Warendorf), Karl Schieverling (MdB, Zweiter von rechts) und Konrad Püning (Landrat Kreis Coesfeld, rechts).

„Auf dem Münsterlandtag ist mir einmal mehr richtig bewusst geworden, dass ein Projekt in diesem Bereich laufen muss. Viele Unternehmen haben mich dort auf das Problem des Fachkräftemangels angesprochen. Und eine familienfreundliche Unternehmensphilosophie ist da sicher ein guter Ansatz“, betonte Laumann auf der FAMMStarschuss‐ Veranstaltung bei der Regionalagentur Münsterland in Münster. Für den Minister sei das Münsterland geradezu prädestiniert für die Verknüpfung von Wirtschaft und Familienfreundlichkeit. Denn die Region sei vor allen Dingen für junge Familien ein attraktiver Standort. Darüber hinaus gebe es im Münsterland zahlreiche Unternehmen, die diese jungen Menschen und ihre Arbeitskraft benötigten. Die Verbindung beider Aspekte liegt für Laumann auf der Hand. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Menschen nur dann gute Leistungen bringen können, wenn auch in ihrem privaten Umfeld alles stimmt. Und im Rahmen des Projektes stellen wir uns nun die Frage, wie wir das zusammen bekommen“, erklärte Laumann. Dabei ist das Netzwerk breit angelegt. Es umfasst nicht nur alle Kreise des Münsterlandes, sondern auch Kammern und wesentliche Organisationen bürgerlichen Engagements. Zusammen wollen alle Beteiligten Anregungen in die Unternehmen tragen. ZIel ist es, dass vor allem kleine und mittelständische Betriebe in puncto Familienfreundlichkeit noch aktiver werden. Dass auch die Wirtschaft davon profitiert, steht für Laumann außer Frage: „Letztlich leisten wir mit dem Projekt einen strukturpolitischen Beitrag. Denn aus meiner Sicht ist Familienfreundlichkeit längst zum Standortfaktor geworden. Und so könnte das FAMM‐Netzwerk zu einem ähnlichen Leuchtturmprojekt werden wie es der FMO mit Blick auf die Verkehrsanbindung des Münsterlandes ist“, so die Hoffnung des Ministers. Diese Hoffnung teilt auch der „Vater“ des Projektes, der Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerding. Im Kreis Coesfeld hatte der Politiker schon vor einigen Jahren das Netzwerk Familie und Beruf mit ins Leben gerufen. Ziel war es von Beginn an, das Projekt auf das ganze Münsterland auszuweiten. „Die Lebensbereiche ,Familie’ und ,Arbeit’ gehören für mich untrennbar zusammen. Allerdings war das in der Öffentlichkeit lange kein Thema“, berichtete Schiewerding. Erst mit dem aufkommenden Fachkräftemangel und ähnlichen Problemen in diesem Dunstkreis sei dieser Aspekt in die Köpfe der Menschen zurückgekehrt. Aus zahlreichen Gesprächen mit Unternehmen in seinem Wahlkreis weiß er, dass viele der kleinen und mittleren Betriebe in der Region zwar schon einiges in Sachen Familienfreundlichkeit tun, damit aber praktisch nie an die Öffentlichkeit gehen. „Wenn in einem kleinen Betrieb eine junge Mutter morgens mit großen Rändern unter den Augen ankommt, weiß der Chef in der Regel, dass es Probleme mit dem Baby gegeben hat. Und er stellt die Frau dann einfach, ohne großen bürokratischen Aufwand, kurzfristig frei.“ Derartige Dinge kommen allerdings nur in den seltensten Fällen an die Öffentlichkeit, so dass sie mit Blick auf den Standortfaktor „Familienfreundlichkeit“ keine Effekte haben. Mit dem neuen Netzwerk wollen die Verantwortlichen auch da Abhilfe schaffen, so dass potenzielle Arbeitskräfte die Familienfreundlichkeit der regionalen Wirtschaft besser wahrnehmen. Als Sprecher der Landrätekonferenz freute sich Borkens Landrat Gerd Wiesmann über das neue Netzwerk und er erklärte, dass die Ziele und Inhalte des Projektes in den Kreisen des Münsterlandes auf fruchtbaren Boden gefallen seien. „Wir waren von Anfang an begeistert. Und daher beteiligen sich die Kreise mit einer Summe von drei Mal 25.000 Euro“, erklärte Wiesmann. Wie die Arbeit des Netzwerkes in der Praxis aussehen soll, verriet Projektleiter Marcus Flachmeyer: „Unter anderem wollen wir ein Landessiegel entwickeln, das wir dann an Unternehmen vergeben wollen, die sich durch ihr familienfreundliches Verhalten ausgezeichnet haben. Dafür soll es ein Audit‐Verfahren geben, mit dem sich die Firmen qualifizieren können.“ Generell will das Netzwerk auf mehreren Ebenen arbeiten. So will das Projekt unter anderem überbetriebliche Kooperationen auf den Weg bringen, weitere lokale Netwerke schaffen oder eine Arbeits‐ und Gesprächsstruktur zur Förderung der Familienfreundlichkeit der Wirtschaft anstoßen.

Michael Terhörst